Beim ersten Mal tut’s noch weh
Liebe Stiftung Warentest-Prüfer,
27 Smoothies wurden von Euch bewertet, dabei wurden Noten in fünf verschiedenen Kategorien vergeben. Das verspricht eigentlich ein interessanter Test zu werden. Allerdings macht Ihr zu Beginn bereits einen Fehler: Ihr geht der Frage nach, ob Smoothies genauso gut sind wie Obst und ob sie Frischobst ersetzen können. Wenn man allein diese Frage bei einem Smoothie-Test in den Mittelpunkt stellt, ist das Ergebnis von vornherein klar: Natürlich können Smoothies kein Obst ersetzen! Das sollen sie auch nicht. Liebe Tester und Smoothie-Fans, bitte esst auch weiterhin saftige Äpfel, freut Euch auf die ersten Aprikosen im Jahr und lasst frische Himbeeren auf der Zunge zergehen. Wir machen das auch, aber manchmal trinken wir auch gerne Smoothies, nicht als Obstersatz, sondern weil sie gut schmecken und wesentlich gesünder sind als Cola oder eine Tüte Chips. Schade, dass ihr die Chance nicht genutzt habt, um die 27 Smoothies genauer nach Inhaltsstoffen, Zusatzstoffen und Konzentraten zu untersuchen, denn genau das trennt einen guten von einem schlechten Smoothie.
Ihr kritisiert, dass die Smoothies teilweise mehrfach erhitzt werden und dadurch Inhaltsstoffe auf der Strecke bleiben, so zum Beispiel hitzeempfindliche Vitamine und auch sekundäre Pflanzenstoffe. Da stimmen wir Euch zu – das ist wirklich daneben, darum haben wir eine besonders schonenede Verarbeitung entwickelt. Unsere Smoothies werden nur so lange erhitzt wie gerade nötig, so dass möglichst viele Vitamine und Nährstoffe im Smoothie erhalten bleiben. Das habt Ihr ja auch festgestellt. In dem von Euch getesteten purple kommt Ihr auf 221mg/l Vitamin C. Das ist richtig gut, findet ihr nicht auch? Vor allem im Vergleich zu den anderen Smoothies im Test.
Außerdem bemängelt Ihr, dass true fruits purple als ‘Beerenmix’ bezeichnet wird, obwohl die Hauptfrucht Apfel sei. Wenn Ihr Euch die Flasche mal anseht, fällt Euch als erstes die große Messleiste auf der Frontseite auf, die nicht nur genau anzeigt, welche Früchte im Smoothie enthalten sind, sondern auch in welcher Menge. Ihr seht, wir haben uns bei der “Deklaration” unseres true fruits purple eigentlich richtig Mühe gegeben. Bislang hat sich auch noch nie ein Verbraucher beschwert. Im Gegenteil unsere Kunden sind froh, dass wir ‘Beerenmix’ als Zusatzinformation ganz klein auf die Flasche drucken, damit man auch weiß, welche Früchte, die dominanten und geschmacksgebenden sind. Glaubt uns ja kein Mensch, wenn wir Apfelsmoothie schreiben, der dunkel ist und nach Beeren schmeckt. Von Apfelgeschmack hat da eigentlich noch keiner gesprochen…
Seltsamerweise erhält unsere Glasflasche von Euch ein befriedigend (2,9) ohne weitere Erklärung. Das finden wir ausgesprochen merkwürdig, denn wir haben uns ganz bewusst für Glas als Verpackungsmaterial entschieden, weil es einfach das Beste ist. Ihr müsst wissen, dass Glas wie ein Tresor ist – absolut dicht und sicher. Die Reinheit und Unverfälschtheit des Inhalts ist bei Glas garantiert. Anders hingegen PET, dass sich sehr schnell mit seiner Umwelt austauscht.
Wir haben uns auf Euren Test echt gefreut und dachten, dass ein unabhängiges Prüfungsgremium das neue Getränk ‘Smoothie’ erklärt und den Leuten näher bringt. Tja, Satz mit x, das war wohl nix.
Vielleicht haltet Ihr unser Verhalten für kindisch, aber wenn es um Smoothies geht sind wir ein wenig dogmatisch und möchten gerne manche Dinge klar stellen, denn unser Motto lautet: 100% Frucht – no tricks! Gilt das auch für Euch?
Euer true fruits Team!
Am 25. Oktober 2008 um 01:08 Uhr
Hallo! Habe mit Interesse den Test gelesen und daher nun ein paar Fragen an Euch mit der Bitte um Beantwortung…werde meine Fragen und Eure Antworten dann gerne auf meinem Blog posten und verlinken.
1. Eure Smoothies haben ein relativ langes Haltbarkeitsdatum – wie funktioniert das mit einem “schonenden” Verfahren? Bei einer Milch bewirkt eine Pasteurisation doch lediglich ein paar Tage Haltbarkeit…des Weiteren fiel mir beim Kauf eures Smoothies bei Rewe auf, dass sich beim Öffnen der schönen Flasche ein Plopp oder ein Laut ergibt – meines Wissens gibt es diesen Plopp nur bei Produkten, die heiss bzw in einem Vakuum abgefüllt wurden.
2. Was genau ist Patulin? Lt. Test wurde es in keinem anderen Smoothie festgestellt – ich bin neugierig
3. Werdet Ihr Eure Etiketten nach dem mangelhaft Urteil ändern? Verstehe ehrlich gesagt nicht die Aufregung der Stiftung Warentest…
4. Ihr sagt Glasflaschen seien besser als PET Flaschen – inwiefern? Wie stellt sich diese These dem Argument, dass bei PET Flaschen weniger die Umwelt beeinträchtigt wird, sprich weniger CO2 emissioniert wird?
Vielen Dank für die Beantwortung der Fragen – ich bin gespannt.
Beste Grüsse, Peter
Am 26. Oktober 2008 um 21:24 Uhr
Hallo Peterpan,
danke für Deine Fragen, die ich Dir gerne beantworte:
Zu 1:
Milch und Fruchtsäfte kann man nur schwer miteinander vergleichen. Grundsätzlich gibt es säureresistente und hitzeresistente Bakterien und Keime in der Luft und entsprechend auch in unbehandelter Milch und Smoothie. Säureresistente werden wurch Erhitzung also Pasteurisation abgetötet und Hitzeresistente, denen die Hitze des Pasteurisation nichts anhaben kann durch Säure, im Falle der Smoothies durch Fruchtsäure der enthaltenen Früchte. Milch ist immer sehr basisch und hat einen hohen PH-Wert so um die 6,0 aufwärts. Smoothies hingegen sind eher sauer, die PH Werte liegen grösstenteils unter 3,8. Bei der Pasteurisation von Milch können also nur die säureresistenten Bakterien und Keime abgetötet werden. Die Hitzeresistenten, denen die Erhitzung bei der Pasteurisation nichts anhaben kann bleiben weitestgehend verschont und arbeiten fließig weiter. Folglich halten sämtliche Milchprodukte meisten nie länger als maximal 4 Wochen. Bei den Smoothies ist es nun so, dass die Fruchtsäure der enthaltenen Früchte den Großteil der hitzresistenten aber nicht säureresistenten Bakterien abtötet. Und die säureresistenten, also die Bakterien denen die Fruchtsäure nichts anhaben kann sterben durch die Erhitzung. Dadurch, dass dann also beide Arten von Bakterien und Keimem im Smoothie ausgeschaltet werden, halten sie deutlich länger als Milch, wo nur die säureresistenten abgetötet werden. Klingt kompliziert und verworren, ist aber recht simpel.
Zu true fruits. Unsere Smoothies werden einer sehr schonenden Pasteurisation unterzogen bei einer Temperatur um die 70 °C.
Grundsätzlich gibt es 2 Arten Smoothies abzufüllen. Heißabfüllung und Kaltaseptik. Beide Verfahren werden praktiziert. Nahezu alle Smoothies, die in PET Flaschen gefüllt werden, werden mitels Kaltaseptik abgefüllt. Smoothies in Glasflaschen in der Regel via Heißabfüllung. Was viele Menschen nicht wissen oder fehlerhaft denken zu wissen ist, dass Kaltaseptik bedeutet, die Smothies würden nicht pasteurisiert. Das stimmt allerdings nicht. Im Hinblick auf die Erhitzung also Pasteurisation der Smoothies gibt es bei beiden Verfahren keinen Unterschied. Beide Smoothies in beiden Verfahren werden pasteurisiert. Es gibt derzeit in Deutschland keinen einzigen Smoothie der nicht erhitzt wird vor der Abfüllung. Der einzige Unterschied beider Verfahren ist nur der, dass bei der Heißabfüllung die Smoothies nach der Pasteurisation direkt mit den 70 °C in die Flasche gefüllt werde können, da die Glasflasche kein Problem mit den heißen Smoothies haben. PET Flaschen würden sich aufgrund der 70 °C heißen Smooties verformen. Daher wird bei PET Flaschen Kaltaseptik angewandt, was bedeutet, dass die Smoothies nach der Pasteurisation auf ca. 20-30 °C runtergekühlt werden und dann versucht werden möglichst steril in die Flaschen zu füllen. Dadurch das bei der Heißabfüllung in die Glasflaschen die Flaschen durch die hohe Temperatur mit sterilisiert werden, halten Smoothies in Glasflaschen in der Regel einige Wochen länger als PET Smoothies trotz er gleichen Pasteurisation und vorherigen Behandlung.
Wir erhitzen als auf knapp 70 °C und füllen heiß in die Flaschen. Beim abkühlen der Flaschen im anschießenden Rückkühltunnel, wo die verschlossenen Flaschen mittels Wasser in unterschiedlichen Temperatuzonen von außen rückgekühlt werden, ziehen die Flaschen ein Vakuum. Dadurch plöppt es, wenn Du die Flaschen öffnest.
Zu 2:
Es wird angemerkt, dass true fruits purple das einzige Produkt sei, in dem Patulin nachgewiesen wurde, dieses liege aber unterhalb des gesetzlichen Grenzwertes. tue fruits ist dankbar für diesen Hinweis und wir werden uns natürlich mit dieser Thematik noch weitergehend befassen. Patulin wird von Schimmelpilzen in angefaultem Kernobst, speziell Äpfeln produziert. Werden also bei der Herstellung des Apfelsaftes, der in unseren Smoothies enthalten ist, versehentlich angefaulte Äpfel nicht ordnungsgemäß aussortiert, kann das Patulin in den Smoothie gelangen. Das Vorkommen von Patulin kann Experten zufolge bei Apfelsäften oder Produkten die Apfelsaft enthalten nie vollständig vermieden werden. Das Pasteurisieren der Fruchtsäfte ist in der Regel wirkungslos, da Patulin gegenüber kurz einwirkender Hitze relativ beständig ist. Der vorgeschlagene Grenzwert der WHO für Patulin in Fruchtsäften beträgt 50 ppb (µg/l). Anzustreben ist ein Wert bis zu 10 ppb, wie er durch den guten Handelsbrauch von Babynahrung vorgeschrieben wird. In unserem Beerenmix Smoothie wurde ein Patulingehalt von genau 10 ppb seitens Stiftung Warentest festgestellt. Dennoch werden wir natürlich umgehend Kontakt mit unserem Apfelsaftlieferanten aufnehmen und Maßnahmen, die diesen Wert dauerhaft minimieren besprechen.
Dennoch ist Patulin speziell in dieser minimalsten Konzentration nicht mal annähernd schädlich. In unseren eigenen Tests, die wir regelmäßig stichprobenartig durhführen konnte bisher noch nie ein Patulinwert nachgewiesen werden. Es ist also Zufall, dass wahrscheinlich genau bei dieser Charge Apfelsaft die Aussortierung der Äpfel mit Faulstellen nicht so akribisch stattgefunden hat, wie es zu erwarten ist. Bei reinen Apfelsäften ist nahezu jedesmal Patulin in ganz kleinen Mengen enthalten, nur da spricht niemand drüber, weil es eben nicht von Belang ist. Stiftung Warentest hat es wahrscheinlich auch nur erwähnt, weil wir die einzige Smoothie waren, wo es enthalten war. Also keine Sorge.
Zu 3:
Wir verstehen die Aufregung auch nicht. Ginge es nach Stiftungs Warentest müssten demnächst alle Smoothies “Apfel, Orange und Banane” heissen. So ein Schwachsinn. Die Kennzeichnung ist auch gesetzteskonform und wird regelmäßig an die aktuelle Gesetztessprechung angepasst.
Zu 4:
Glas ist besser für den Inhalt. PET Flaschen sind eine Ansammlung von Weichmachern. Es hat in der Vergangenheit viele Beispiele von Getränken gegeben, wo die Verpackung eine Verbindung mit seinem Inhalt eingegangen ist und nachher bspw. Spuren von Weichmachern in der Babymilch zu finden waren. Glas ist absolut rein und geht niemals eine Verbindung mit seinem Inhalt ein.
Darüber hinaus ist PET kapillar also durchlässig. Inhalte von PET Flaschen tauschen sich mit seiner Umwelt aus, was dazu führt das die Qualität nach 14 Tagen beginnt nach zu lassen. Die Produkte werden instabil, die Farben verblassen etc. Glas ist dicht wie ein Tresor.
Ökologische Gesichtspunkte sind uns schon wichtig, daher verwenden wir auch keine Mehrwegflaschen, die quer durch Deutschland gefahren werden. Und wir versuchen die Flaschen so schön zu gestalten, dass die meisten Leute die Flaschen behalten und andere Dinge hinein füllen bspw. Gewürze etc. Und das machen wirklich sehr viele. Dennoch hast Du natürlich Recht und PET mag evtl. etwas weniger CO2 verursachen als Glas aber auf der anderen Seite darfst Du Dich halt selbst nicht vergessen und die Qualität der Produkte, die Du zu Dir nimmst. Uns ist es sehr wichtig, dass die Qualität hoch ist. Entsprechend müssen nicht nur die Zutaten erste Klass sein, sondern auch die Verpackung muss den Inhalt schützen und das kann Glas nunmal deutlich besser als PET. Außerdem werden true fruits Flaschen über den grünen Punkt entsorgt und wieder eingeschmolzen, so das neue Flaschen aus dem Altglas enstehen können.
so, ich hoffe ich konnte alle Fragen zu Deiner Zufriedenheit beantworten.
Liebe Grüße
Marco
Am 28. Oktober 2008 um 10:16 Uhr
Hallo Marco,
vielen Dank für Deine ausführliche und schnelle Antwort – du konntest mir definitiv weiterhelfen!
Beste Grüsse,
Peter
Am 1. Juli 2010 um 11:08 Uhr
Hi,
habe gerade den Test gelesen und was ihr hier zur Pasteurisierung gesagt habt.
Das heißt ja, dass eure Smoothies eigentlich gar nicht im Kühlregal stehen müssten, sondern auch ungekühlt 1 bis 2 Monate haltbar wären. Oder täusche ich mich da?
Und warum stehen sie dann überhaupt im Kühlregal?
Am 1. Juli 2010 um 12:07 Uhr
Hey Flex,
bei Smoothies handelt es sich um sensible Frischeprodukte, die kurz und schonend pasteurisiert werden. Mit der von uns entwickelten Flash-Pasteurisation werden die Smoothies nur kurz und schonend erwärmt, damit so viel Nährstoffe und Vitamine wie möglich erhalten bleiben. Man kann das ein wenig mit der Frischmilch vergleichen, da wird auch drauf geachtet, dass die Milch nur kurz pasteurisiert wird und länger frisch bleibt. Die Smoothies wären keinesfalls 1 bis 2 Monate haltbar ohne Kühlung, dann würden sie anfangen zu gären.
Liebe Grüße
Nadine
Am 1. Juli 2010 um 12:22 Uhr
Hi Nadine,
und wie lange würden die Smoothies ohne Kühlung haltbar sein?
Am 1. Juli 2010 um 12:46 Uhr
Hey Flex
da die Smoothies kühlpflichtige Produkte sind, sollte die Kühlkette möglichst gar nicht unterbrochen werden. Wenn sie aber mal für ein paar Stunden aus der Kühlung raus sind, ist das unproblematisch.