Ein turbulenter Abend
„Ich habe nicht gewusst, was mich hier erwartet. Ich finde es auch schlimm, dass ich das erleben musste”, so Reich-Ranicki bei der Verleihung des deutschen Fernsehpreises.
Okay, ich habe auch nicht gewusst, was mich erwartet, aber ich fand es wirklich nicht schlimm, dass ich das erlebt habe. Im Gegenteil für einen Otto-Normalbürger wie mich war es ein amüsantes Staunen und Beobachten bei der Verleihung des Deutschen Fernsehpreises und der anschließenden After-Show Party. Aber der Reihe nach.
Mit einer Verspätung von 15 Minuten treffen Inga und ich am Coloneum in Köln ein (verlasst euch nie auf die Bahn und auch nicht auf Wegbeschreibungen aus dem Internet). Nicht ganz so aufgerüscht wie die erwarteten Stars aber immerhin ganz schön in Schale geschmissen, tripplen wir auf unseren Pfenningabsätzen Richtung Theke an der die true fruits Smoothies ausgegeben werden. Schon der Anblick der Halle verrät: “Hier geht heut ne fette Party der ganz anderen Art”. Obwohl das Coloneum nicht durch exklusives Design besticht, hat man doch alles gegeben, um der elendig großen Vorhalle Glamour und Eleganz zu verleihen. Die Vorbereitungen sind in vollem Gange: alles wirbelt, organisiert, gibt Anweisungen, telefoniert oder spricht in Headsets. Die ersten Gläser werden gefüllt, das Flying Buffet steht parat und dann geht’s los.
Das muss man wirklich erlebt haben, was da am Roten Teppich abgeht. Eine völlig entrückte Fotografenmeute schreit, Journalisten kämpfen um Interviews und die Stars setzen sich gekonnt in Szene. Sobald ein ansatzweiser prominenter Mensch erscheint, geht das Blitzlichtgewitter los. Wenn der gemeine Star es dann in die Vorhalle geschafft hat, ist er zwar noch lange nicht sicher vor den Kameras und Mikrofonen, aber er kann sich zumindet mit Getränken und Kleinigkeiten stärken. Und da kommen wir wieder ins Spiel. Zwischen den uniformierten Kellnern sind wir mit unseren Kleidern aufgefallen wie die bunten Hunde. Aber wieso auch nicht – die true fruits Flaschen fallen ja auch in jedem Regal auf. Deshalb fanden die Smoothies auch enormen Anklang. Schon vor der Verleihung ist der gemeine Star gesellig und unterhält sich bei Sekt oder einer Flasche true fruits mit seinen Artgenossen. Das würde er auch vermutlich weiter tun, wenn die Veranstalter nicht irgendwann die Bars und Theken schließen und den Ausschank stoppen würden, so dass das pusierliche Sternchen gezwungen wird in den Saal zur Aufzeichnung der Verleihung zu gehen. Sind alle im Körbchen gehen die Türen zu und die große Umräumaktion beginnt.
Es ist schon beeindruckt zu sehen, wie viele Teams dafür sorgen, dass der Vorraum auf einmal komplett umgeräumt und neu eingedeckt wird. Teamleiter sorgen dafür, dass alles reibungslos klappt, jeder Stuhl da steht, wo er hingehört und auch kein Messer oder Glas fehlt. Nach gefühlten 30 Stunden kommt das prominente Volk wieder hungrig und durstig hervor und hat die Auswahl zwischen den leckersten Schlemmereien. An der Desserttheke gab es true fruits Smoothies als Sorbet, die live vor Ort als Molekularküche mit Stickstoff zubereitet wurden. Pur konnte man die Smoothies natürlich auch trinken – und es gab viele dankbare Abnehmer für die flüssigen Vitamine. Seht selbst:
Es war eine lange Nacht und wir haben uns prächtig amüsiert – auch wenn die Füße zum Schluss geraucht haben, weil wir mit den Smoothies nicht hinterher gekommen sind.
Eins bleibt noch zu sagen: Fernsehen täuscht ungemein, denn man ist überrascht wie klein die Stars sind. Ich bin ungefähr 1,64 groß – da kann man wahrlich nicht von Größe sprechen, aber es gibt ganz viele Stars, die auf meiner Augenhöhe sind und die im TV viel größer aussehen. Fernsehen macht nicht nur dicker (auch das stimmt), es macht vor allem wahnsinnig groß. Aber über Größe könnt ihr hier morgen noch mehr lesen und sehen…

